Enneagramm Typ 4 – Die Vierer-Fixierung

Der heilige Weg der Vier

Der dramatische Romantiker verliert sich oft im Gestrüpp der eigenen Emotionalität und identifiziert sich gleichzeitig mit dieser Emotionalität. Die Vierer-Fixierung lebt mit einem Gefühl von Makelhaftigkeit, ohne dass dieser Makel genauer definiert werden könnte. Es ist eine Variante des Selbsthasses. Diesen versucht sie durch ihr besonders sein zu verstecken, was aber natürlich nie ganz gelingt. Die Emotionalität wird als Besonderheit deklariert, als besondere sensitive Berührbarkeit und als ein besonderer Sinn für Ästhetik, welcher den anderen Menschen offenbar fehlt. Tatsächlich verdanken wir den Menschen mit einer Vierer-Fixierung viel Schönheit und Kunst in unserer Welt.

Gleichmut erscheint der Vier ebenso langweilig und bedrohlich, wie ein gewöhnlicher Mensch zu sein. Um anzuhalten, braucht es für die Vier das Erkennen, dass das Drama nur dazu dient, ein Gefühl von schlichter Traurigkeit abzuwehren. Die echten Gefühle, die keines Dramas bedürfen, liegen woanders. Und die Vier, mit ihrer ewigen vergeblichen Suche nach Authentizität und Sinnhaftigkeit, ist sich dessen eigentlich bewusst.

Dieses Bewusstsein kann ihr helfen, sich der tiefen Angst, nicht liebenswert zu sein, zu stellen und dann einen Gleichmut zu entwickeln, der voller Lebendigkeit und tiefer grundloser Freude ist. So entwickelt die Vier die Fähigkeit, mit sich selbst und anderen in einer echten Resonanz zu stehen; lebendig und in wirklichem Kontakt mit sich, den anderen und ihrer Umwelt.

Personen mit 4er-Prägung

Édith Piaf